Kawabata Yasunari

Aus Weltliteratur

Kawabata Yasunari (* 11. Juni 1899 in Osaka; † 16. April 1972 in Zushi ) war ein japanischer Schriftsteller und erhielt 1968 als erster Japaner den Literaturnobelpreis.

Leben

Kawabatas Lebensweg zu einem der weltweit bekanntesten japanischen Schriftsteller und sensiblen Poeten war in gewisser Weise durch seinen Vater vorgeprägt. Dieser war von Beruf Arzt, beschäftigte sich aber auch intensiv mit Literatur, verfasste Gedichte und trat als Maler hervor. Kawabata war noch keine drei Jahre alt, als seine Eltern verstarben. Er wuchs daher bei seinen Großeltern auf, getrennt von seiner älteren Schwester, die von einer Tante aufgenommen wurde. Kawabatas Großmutter starb, als er sieben Jahre alt war, sein Großvater, als er fünfzehn war. Die frühe Erfahrung von Verlust, Einsamkeit und Tod prägte Kawabatas gesamtes Werk. Der Großvater hatte ihn zunächst veranlasst, sich der Malerei zu widmen. Kawabata entschloss sich aber bald für die literarische Laufbahn und ging 1920 nach Tokio, um dort englische und später japanische Literatur zu studieren. Er promovierte 1924 mit einer Arbeit über die Geschichte des japanischen Romans.

Während seines Studiums war Kawabata an der Gründung der Zeitschrift "Shinshisho" beteiligt, in der seine ersten literarischen Arbeiten erschienen. Später schloss er sich der Gruppe um die Zeitschrift "Bungai Jadei" (Das künstlerische Zeitalter) an, die die Assimilation westlicher Elemente mit der japanischen Tradition propagierte und stark unter dem Einfluss des Kubismus, Expressionismus und Dadaismus stand. Seit Mitte der 1920er Jahre war er einer der wichtigsten Sprecher und Theoretiker dieser sogenannten Neo-Perzeptionisten, die mit den Formen freier Assoziation und anderen Stilmitteln experimentierten. Jetzt erschienen auch Kawabatas erste vollständige Werke wie das bereits 1914 geschriebene Tagebuch eines Sechzehnjährigen, in dem er das langsame Sterben seines Großvaters beschreibt. Seinen Durchbruch erlebte er mit der Erzählung Die Tänzerin von Izu (1927). Dieses und weitere Werke (Schneeland, 1935-1947; Tausend Kraniche, 1952, Ein Kirschbaum im Winter, 1952 u.a.) machten ihn auch weltweit zu einem der renommiertesten japanischen Schriftsteller und brachten ihm zahlreiche Preise in Japan und 1968 schließlich den Nobelpreis ein. 1948 bis 1965 war Kawabata Vorsitzender des japanischen PEN-Clubs und setzte sich stark für die Übersetzung japanischer Literatur in westliche Sprachen ein. Vier Jahre nach dem Erhalt des Nobelpreises beging Kawabata überraschend Selbstmord, ohne Erklärung und Abschiedsbrief. Bis heute sind die Motive für seinen Selbstmord nicht geklärt.

Werk

Literatur

Weblinks

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